Ernährungsbedingte Erkrankungen und Gesundheit im 21. Jahrhundert

Was sind ernährungsbedingte Erkrankungen überhaupt, welche Auswirkungen kann Ernährung haben?

Ernährung hat großen Einfluß auf unseren Körper, da alle Bausteine unserer Zellen aus Bestandteilen unserer Ernährung bestehen. Je höher also die Qualität der Nahrung ist, desto besser sind das „Körpermaterial“, unser Befinden und unsere kognitiven Fähigkeiten.

Damit hat Ernährung Einfluß auf völlig verschiedene Erkrankungen, es ist aber auch ein wichtiges Tor für Gesundheit.

Ernährungsbedingt kann also jedes Organsystem betroffen sein von einer Mangelernährung. Herz, Leber, Sinnesorgane, Hormone, Verdauung, Haut oder Gehirn. Die klassischen Erkrankungen, die aufgrund einer mangelhaften Ernährungen entstehen können sind hoher Blutdruck, Schlaganfall, Herzinfarkt,Fettleber, Diabetes, Adipositas, Leistungsabfall, ein geschwächtes Immunsystem, poröse Knochen oder verschiedene Magen-Darmerkrankungen.

Ernährungsbedingte Erkrankungen sind aber nicht wirklich ein Novum des 21.Jahrhunderts.: zum Beispiel kannten die Seefahrer die Vitamin-C Mangelkrankheit Skorbut, Bauern kannten die Vitamin B3-Mangelerkrankung Pellagra bei Getreide-Missernten.

Es gibt sie in unterschiedlichen Formen, seit es Menschen gibt, nie konnte ein Ökosystem oder Sozialsystem dauerhaft so perfekt sein, dass durchgängig eine Spitzenernährung gewährleistet werden konnte. In der Vergangenheit waren es Missernten bei den Bauern oder politische Unruhen, und bei den Jägern und Sammlern klimatische Veränderung und man war in der Nahrungsauswahl abhängig von dem Radius der Sippe.

Sogar bei dem Gletscher-Fund Ötzi aus der Jungsteinzeit fand man Arteriosklerose, die heute ein weit verbreitetes Problem darstellt. Aber damals gab es doch kein McDonald’s & Co.

Mangelerkrankungen gab es also immer wieder. Sie hatten allerdings einen völlig anderen Charakter als die heutigen.

Die Besonderheit der heutigen ernährungsbedingten Erkrankungen

was machen also die heutigen ernährungsbedingten Erkrankungen aus? Welternährungslage 2025 ist zum ersten Mal so, dass mehr Menschen an den Folgen schlechter Ernährung und Übergewicht leiden, als an akutem Hunger.

Das Nahrungsangebot, das im Durchschnitt jedem Menschen zur Verfügung steht ist größer denn je.

In der Vergangenheit war ein Mangel an bestimmten Nahrungsmitteln verantwortlich, heute ist der Überfluss an falscher Ernährung unser Problem. Aber was ist „falsche“ Ernährung und was richtige? Salopp gesagt kann man sagen, je frischer und naturbelassener ein Produkt ist und je gesünder das Ökosystem aus dem es kommt, desto gesünder ist dieses Lebensmittel für uns.

Nicht nur Zucker, Fast Food und süsse Snacks stellen eine Herausforderung dar, sondern vor allem was wir zusätzlich essen, was sich in der Nahrungskette ansammelt. Vom Pflanzen bis zur Weiterverarbeitung und zum Herunterschlucken unseres Essen, bekommen wir oft Nanoplastik, Kunstdünger, Abgase, Schwermetalle aus Pflanzenschutzmitteln, chemische Zusatzstoffe oder PFAS gratis mit dazu.

Die zahlreichen und teils aggressiven Magen-Darmerkrankungen, sowie die Nahrungsmittelallergien und Unverträglichkeiten, deren Tendenz steigt, führen viele Mediziner auch auf toxische Begleitstoffe in der Nahrung, sowie deren Verarbeitung zurück, die es so in der Menschheitsgeschichte noch nie gegeben hat und für unsere Zeit sehr spezifisch sind.

Und da wir über die Mikrobiomforschung wissen, wie eng die Darm-Hirn-Achse funktioniert, sind auch viele neurologische Störungen teilweise ernährungsbedingt.

Darmgesundheit und Mikrobiomforschung steht laut dem Experten Tim Spector vom King´s Kollege in London im Fokus des Medizin des 21Jh Jahrhunderts.

Ernährungsbedingte Gesundheit im 21.Jh. – worauf es ankommt

Die Steinzeitkost war regional, saisonal und umsonst, bestand aus pflanzlichen und tierischen Ursprung, in unterschiedlichen Anteilen, abhängig von Witterung und Umgebung und wurde auch schon verarbeitet, geräuchert und erhitzt.

Ihre Knochen erzählen meist von einer sehr guten Gesundheit, abgesehen von den Infektionen. Vergleicht man Knochenfunde aus der Mittleren Steinzeit mit Funden aus der frühen bäuerlichen Lebensweise im Nahen Osten, waren die Jäger und Sammler größer und stärker mit einer meist besseren Mineralisation, als die ersten Bauern, die im Vergleich dazu eher schmächtig gewirkt haben.

Die ersten Bauern drosselten den Fleischkonsum zugunsten von Getreideerzeugnissen, um satt zu werden, Rohmilch, Kefir, Molke etc. wurden erfunden, gehörten hier aber auch zur täglichen Ernährung, ebenso wie Bier. Ihr Körper und die Verdauung reagierte mit einer kleineren und etwas schwächeren Statur, als die der Jäger und Sammler, aber die Überlebenswahrscheinlickheit stieg mit Getreide und Milch, was wohl auch etwas mit der Organisation der Sesshaftigkeit zu tun hatte und möglicherweise mit der erhöhten Zufuhr der B-Vitamine aus dem Getreide und der Möglichkeit der Vorratshaltung.

Die vom Arzt Boyd Eaton und dem Anthropologen Melvin Konner 1985 formulierte ideale Ernährung des Menschen macht einen Rückriff auf die Steinzeit, die Paläo-Diet war geboren. ( „Paleolithic Nutrition: A Consideration of ist Nature and Current Implications“).

Salopp gesagt ist alles was die Zivilisation hervorgebracht hat, nicht gut für uns. Die Paläo-Diät kommt der Ernährungsform unserer Vorfahren aus der Steinzeit sehr nah, allerdings ist die Umsetzung heute nicht so ursprünglich und angesichts einer mittlerweile stark bevölkerten Erde scheint die Planetary Health Diet, (2019 von EAT Lancet Kommission 2019 begründet) doch der  bessere Lösungsansatz für unsere Gegenwart.

Nahrung hat eine pharmakologische Wirkung, Nahrung ist damit in gewissem Masse Medizin, auch sie muß richtig angewendet werden.

Im 21. Jahrhundert haben wir auch eine ganz spezielle Situation mit der ernährungsbedingte Gesundheit. Es gab neben den vielen schlimmen Angeboten, aber auch noch nie so reichlich gutes Nahrungsmittel, Superfoods und hochwertige Nahrungsergänzungsmittel, die richtig eingesetzt zu einer hervorragenden Gesundheit führen können. Das ist eindeutig eine Chance unserer Zeit. Und es liegt an uns, zumindest in den Industrienationen, für welches Essen wir uns täglich entscheiden und ob wir uns darüber informieren und bessere Alternativen einfordern.