Unsere Ernährung hat sich im Laufe unserer Evolution stark verändert, obwohl sich an den Prinzipien und Nährstoffen, die wir zum Überleben brauchen, kaum etwas ändert.

Während unsere Vorfahren in der Steinzeit nur ein ziemlich begrenztes Nahrungsangebot an Pflanzen und Tieren aus der direkten Umgebung hatten, können wir heute auf passgenaue Nährstofflösungen per Infusion zurückgreifen oder Proteinriegel mit Einzelbestandteilen aus der ganzen Welt essen. Wir fragen uns aber immer öfter, was wir überhaupt essen dürfen, ohne krank zu werden oder den Planeten zu zerstören. Und warum vertragen wir auf einmal so etwas wie Brot oder Milchprodukte nicht mehr, obwohl das die Ernährungsgrundlage aller bisherigen Hochkulturen war bis hin zu unseren Urgroßeltern.

Wie kam es dazu? Wie und warum hat sich Ernährung über die Jahrtausende so grundlegend verändert? Die Entwicklung unserer Ernährung von der Steinzeit bis heute spiegelt die Innovations- und Entwicklungsstadien der Menschheit wider und unsere aussergewöhnliche Anpassungsfähigkeit- vom Polarkreis über die Regenwälder bis zu den Wüstenregionen.

Der Weg von der steinzeitlichen Jagd bis zu den heutigen Laboren der Lebensmittelchemie veranschaulicht tiefgreifende Veränderungen, in denen Nahrung von zentraler Bedeutung ist und die Feuerstelle oder Küche als Raum für Transformation beschreibt. Neben dem direkten Einfluß auf Gesundheit und Energie, haben unsere Lebensmittel auch Einfluß auf unsere Evolution, sowie den Aufstieg oder Fall von Gesellschaften. Wer denkt schon daran beim Biß in den Burger? An Herzinfarkte vielleicht, aber an Dystopie?

Inspiriert von vielen visionären und innovativen Forscherinnen und Forschern aus verschiedenen Disziplinen wie Anthropologie, Medizn, Archäogenetik, Soziologie, Ernährungswissenschaft und ZukunftsforscherInnen ist dieser Blog entstanden. Spannende Gedanken, Ideen und Arbeiten werden aufgegriffen und sind gekennzeichnet, wenn sich jemand damit weitergeschäftigen möchte.

Es gibt global gesehen genug Nahrungsmittel und soviel medizinisches und agrarwissenschaftliches Wissen darüber wie nie zuvor und eine Vielzahl an Möglichkeiten sich zu ernähren. Und trotzdem oder gerade deswegen ist unsere Ernährung zu einem Stressfaktor für die meisten Menschen geworden.

Was kann oder darf ich essen? Keto, paläo, vegan, raw, planetary Health, clean food, und immer bio oder ist das übertrieben? Ist ein veganes Würstchen in Plastik besser als eine Wurst vom Bauern aus der Region? Dazu kommen die vielen verschiedenen Ernährungsempfehlungen und medizinischen Warnungen. Ein schwer umzusetzender Supplement-Alltag konfrontiert uns damit, dass normale Nahrung scheinbar nicht mehr ausreicht, um gesund zu sein.

Die Nahrungsempfehlungen der Ärzte und der Politik sind quasi wirkungslos angesichts der globalen Schwemme an schwierigen Nahrungsmitteln und den ökonomischen Hürden, die mit gesunder Ernährung verbunden sind. Der menschliche Verdauungskanal ist durch viele Schadstoffe so gestresst wie nie und das Darm-Mikrobiom ganz neuen Dynamiken ausgesetzt.

Eine zunehmend krankmachende Ernährungsweise hat die Bevölkerung ziemlich fest im Griff, daher ist die Erforschung des Darm-Mikrobioms und dessen Einfluß auf das Gehirn aktuell von so zentraler Bedeutung.

A lively street scene at night with people gathering around a pizza restaurant.
A daily medication organizer with pills for different times, set against a green backdrop.

Natürlich ist Ernährung nicht verantworlich für jede Erkrankung, aber sie hat täglich enormen Einfluß auf unseren Körper, da alle Bausteine unserer Zellen letztlich aus Bestandteilen unserer Ernährung bestehen. Je höher also die Qualität der Nahrung ist, desto besser sind unsere Zellen, Energie, Wohlbefinden und Leistung. In Deutschland nehmen bis zu 70% der Bevölkerung regelmäßig Nahrungsergänzungsmittel. Diese ersetzen teilweise die Nahrung oder sollen gut machen, was durch falsche Ernährung im Organismus verursacht wurde.

Ernährung hat damit Einfluß auf völlig verschiedene Erkrankungen, ist aber eben auch ein wichtiges Tor für Gesundheit.

Bei der Frage, was auf den Tisch kommt, war noch vor über 100 Jahren lediglich entscheidend, was in der begrenzten Vorratskammer war, also wie gut man über das Jahr gewirtschaftet hat oder vor etwa 20.000 Jahren, was die Natur im Umkreis von etwa 20 km gerade hergab. Heute heut sich der Radius komplett verändert, das Essen kommt massenweise aus dem Supermarkt, wird in großen Fabriken und Laboren hergestellt, in riesigen Lagern aufbewahrt und rund um den Globus transportiert. Insektenburger sind schon nicht mehr innovativ, an der Spitze der neuen Nahrung steht das Bioreaktor-Food: nur noch pflanzliche oder tierische Stammzellen sind nötig, kein Acker oder Stall.

Die Erzeuger sind in einer schwierigen Situation, wenig Lohn und Ansehen für viel Mühe, Reglementierung und dem ständigen Risiko für Missernten, die durch erhöhte Frequenz von extremen Wetterereignissen wie Dürre oder Überschwemmungen stark zunehmen. Die Suche nach neuen Ökosystemen für den Anbau erstreckt sich von Unterwasserlandwirtscahft bis hin zum Space Farming ausserhalb der Erde. Zudem wird mit Nahrung und Ernteerträgen an den Börsen gehandelt, was die Gesamtsituation global gesehen kompliziert macht. Militärische Konflikte rund um den Globus erschweren zusätzlich die Ernährungssicherheit.

All das hat Einfluß auf unsere Entscheidung, was wir morgen essen, ob es genug gibt, wieviel wir dafür bezahlen müssen und wie wir mit alternativen Nahrungsquellen umgehen. Wenn es kein Fleisch mehr gibt, probieren manche dann vielleicht doch den Insekten- oder Linsenburger oder greifen auf die gute, alte Rübe zurück.

Wir bewegen uns zwischen Überproduktion von schädlichen Produkten, neuen Technologien zur Nahrungserzeugung, massiver Lebensmittelverschwendung und einem Dschungel von Empfehlungen, was das richtige Essen für uns ist. Alternative Nahrungsmitteln werden erforscht und neue Supernährstoffe werden entdeckt. Worauf genau müssen wir achten in dieser Phase des Wandels?

Sollten wir wieder selber anbauen, zurück in die Steinzeit- wieder jagen und sammeln oder nach ganz neuen Lösungsansätzen Ausschau halten?

Dassault systems, BioPods
Interstellar Lab & Dassault Systémes, BioPods

Selbsterhaltendes System zur Nahrungsmittelproduktion, ermöglicht nachhaltiges menschliches Leben auf der Erde, dem Mond und dem Mars durch Erzeugung und Wiederverwendung von Nahrung, Wasser und Luft

Um die Ressourcen und Überlebenskraft einer Population zu beurteilen, betrachtet man am besten den Nachwuchs. Wie gut entwickelt sich der, wie gut sind die Bedingungen, gelingt die Anpassung an ein sich veränderndes System und wie gelingt der Gesellschaft das Sicherstellen einer neuen vitalen Generation?

Kinder und Jugendliche kämpfen mit zahlreichen Allergien, Unverträglichkeiten, neuen neurologischen Störungen, emotionalen und kognitiven Herausforderungen, die eng mit dem Darm und der Ernährung verknüpft sind. Dieser Blog möchte heilsame Impulse für die Jugend vernetzen, vor allem natürlich im Bereich der Ernährung.