Was ist denn gesunde Ernährung und reicht nicht auch ein bisschen Vitamin C?

Ob wir es hören wollen oder nicht-was gesunde Ernährung ist, sagen uns  Ernährungsmediziner mit ständig neu dazukommenden Studien, die Politik mit ihren Ernährungspyramiden, die WHO, Eltern, Schule oder die zahlreichen Food-Influencer, aber auch die Lebensmittelindustrie und Lebensmittelforschung haben letztlich Interesse an dieser Frage, um daran die Vermarktung Ihrer Produkte abzuleiten.

Geforscht wird mit großem Interesse an der Frage was gesunde Ernährung ist, etwa in der Charité mit der NutriAct oder der MOCA-studie,  in COPLANT der größten Studie zu planzenbasierter Ernährung, aber auch bei Nestlé oder dem Robert-Koch-Institut wird dieser Frage intensiv nachgegangen.

Zahlreiche hochrangige Institute sind in unterschiedlichen Ernährungsstudien mit den negativen Auswirkungen der aktuellen Ernährungslage beschäftigt, sowie natürlich das Bundesministerium für Landwirtschaft und Ernährung. Während die Ausgaben für die Studien meist nur im Millionenbetrag bleiben, beziffern sich die indirekten Kosten der Auswirkungen falscher und gesundheitsschädlicher Nahrung in Milliardenhöhe und haben damit direkte Auswirkungen auf das Bundesgesundheitsministerium, das jährlich mehr Budget benötigt, um mit den Folgen einer kränker werdenden Gesamtbevölkerung fertig zu werden.

Überlieferte Empfehlungen und die Vorstellung von besonderen Nahrungsmitteln gehen jedoch weit zurück und die Steinzeit. Erste Überlieferungen gibt es aus Mesopotamien: vor über 5000 Jahren. Dort gab es bereits die Vorstellung, dass bestimmte Nahrungsmittel Krankheiten vertreiben können. Das Wissen verbreitete sich nach Ägypten und nach Griechenland. In der Zeit der großen griechischen Ärzte um Hippokrates von Kos begann dann eine Systematisierung der Ernährungsempfehlungen. Interessant ist die Überlieferung dass bereits in der Antike die meisten Menschen Bevormundung ablehnten, jeder solle selbst entscheiden dürfen. Wir wollen essen, was uns schmeckt- dieses Freiheitsbedürfnis in der Nahrungswahl ist quasi ein Grundrecht. Was aber, wenn uns die große Nahrungsauswahl im 21. Jh in den Industrienationen krank macht oder unsere Ressourcen zu schnell aufbraucht? Woran können wir uns orientieren? Dieser Blog möchte zu Orientierung in diesem Bereich beitragen, indem wir uns klarmachen, was der rote Faden der Ernährung ist, der uns Menschen ausmacht.

warum die ganzen Empfehlungen?

Was ist also los, warum essen wir uns krank? Die sogenannten Ernährungspyramiden sind als Wegweiser von Politik und Medizin Mitte der 90er Jahre in den Industrienationen entstanden, als Reaktion auf den drastischen Anstieg der ernährungsbedingten Erkrankungen der westlichen Welt, den sogenannten Zivilisationserkrankungen- Herzinfarkt, Schlaganfall, Bluthochdruck, KHK, Diabetes Typ-2, Fettleber oder Adipositas und neuartigen Magen-Darm-Erkrankungen, mit deutlich steigender Prävalenz seit etwa 100 Jahren. Aber was nützt eine gute Empfehlung, angesichts der uns umgebenen Versuchungen?

Auch heute fühlen sich viele durch Andersessende provoziert. In Deutschland wünschen die meisten Menschen keine Einflussnahme auf ihre Ernährung, anderseits sind 89%  der Bevölkerung mit der eigenen Ernährung nicht zufrieden. Hauptgrund: Angst vor negativen Folgen der Ernährung . In der Gen Z hat fast jeder Dritte Angst dinge zu essen, die nicht gut für die Natur oder die Tiere sind, wie die Untersuchung so is(s)st deutschland (2024), von Nestle & Rheingold-Institut, belegt. 

Das alles führt natürlich dazu, dass ein großes Bedürfnis besteht die Ernährung von hohen Ansprüchen zu entlasten. In den großen Food-Trends sehnt sich die Bevölkerung sich nach mehr Unbeschwertheit beim Essen, was vielleicht den reaktionären Tradwife-Trend oder auch Retro-Trends erklärt, wo die Sehnsucht nach alter heiler traditioneller Genusswelt der Vergangenheit gestillt wird, man nicht den Druck hoher Ideale in der Küche spüren will, also auch convenience Produkte geniessen möchte, wie Chips, Kekse oder Curry-Wurst.

was benötigen wir biochemisch?

unabhängig davon wer recht hat mit seiner Vorstellung von gesunder Ernährung, gibt es eine körperliche, biochemische Notwendigkeit von Nährstoffen, die wir zu uns nehmen müssen, um zu überleben und dauerhaft gesund zu sein.

Wie benötigen für unseren Stoffwechsel und die Körperenergie Fette mit bestimmten fettsäureprofilen, 20 proteinrege Aminosäuren, Mineralstoffe, Vitamine, Spurenelemente wie Jod und Eisen, Elektronen- und natürlich Wasser.Wir sind auf all diese Vitalstoffe der Lebensmittel angewiseen, die wir zu uns nehmen.

wo bekommen wir das konkret her?

wir finden diese Makro- und Mikronährstofe in weltweit unterschiedlichen Nahrungsmitteln und Ernährunsgweisen, was dadurch bestätigt wird, dass Menschen sich auf der ganzen Welt ausgebreitet haben und sich jeweils  erfolgreich an völlig unterschiedliche Ökosysteme und deren Nahrungsangebot angepasst haben- von der Wüste bis zur Arktis. was aber alle Völker gemeinsam haben, ist, dass sie auf eine große Vielfalt pflanzlicher Kost zurückgreifen, die mit tierischer Kost aus Fleisch, Fisch oder Insekten ergänzt wurde.

Milch- und Getreideprodukte kamen erst in der jüngeren Steinzeit, und viele Völker vertragen das bis heute nicht gut ( China, Afrika, Native Americans, Mexico (74% LaktoseintoleranZ bei Native Americans)  Asiaten veRtragen keine Milch, genetisch durchgesetzt und erfolgreich fortgepflanzt Habens sich die Nordeuropäer, die sich an die Milch der Tiere angepaßt hatten und diese verdauen konnten.aufgrund der genetischen Anpassung sind die Nahrungsverträglichkeiten unterschiedlich verteilt, weshalb ein streit über die eine richtige Ernährung sinnlos ist.Die Erde bringt so eine Vielfalt an Pflanzen und Tieren hervor und ebenso vielfältig ist die genetische Anpassung des Verdauungstraktes an bestimmte Nahrungsmittel, also an die Anpassung an unterschiedlichste Ökosysteme.

seit wann machen wir uns Gedanken darüber, was gesunde Ernährung ist?

in erster Linie beschäftigen sich vor allem Gesellschaften, die genug Nahrung haben, damit was gut ist und was nicht. und wann löste die Frage was die Natur als Nahrung hergibt die Frage danach ab, ob das gesund ist was wir essen?

Literatur: Interdisziplinäre Arbeitsgruppe, Diocles of Carystus, Philip van der Dijk, Berlin-Brandenburgische Akademie der Wissenschaften.

auf jeden Fall sind Ernährungsempfehlungen von den großen griechischen Ärzten aus der Antike überliefert ab etwa dem 5 jh.v. chr. Zur sogenannten Diät gehörten auch Hygiene und Bewegung.Homer berichtet  über die Ägypter, dass jeder ein Arzt sei, erfahrener als anderen Menschen, weil wohl in der Bevölkerung wissen über gesunde Ernährung und therapeutische Maßnahmen weit verbreitet waren unter der Bevölkerung.neben den Anfängen des griechisch medizinischen Denkens, der großen Ärzte Hippokrates von Kos  460-370 v. chr. oder Diokles von Karystos  4 jh.v.chr. , setzte auch die systematische Beschäftigung mit dem Thema Ernährung auf medizinischer Grundlage ein. Neben Bewegung und Hygiene, war Ernährung die Hauptkomponenete eines gesunden Lebens. Therapeutisch und präventiv eingesetzt.Empirisch gesammeltes Erfahrungswissen wurde von den griechischen Ärzten systematisiert und für Laien verständlich vermittelt.Berühmte Arzt Galen von Pergamon (129-216 n.chr.) „ über das Vermögen der Nahrungsmittel“, Pflanzen nahmen ganz besondere Stellung ein.Theophrast von Eresos (371-287 v.chr.) , Schüler von Aristoteles, widmete sich in „ Forschungen zu den Pflanzen“ der Heilkraft der Pflanzen, die auch über die Nahrung großen Einfluß auf die gesunderhaltung der Menschen hatte.Theophrast erkannte die Bedeutung von Leguminosen (z.B. Bohnen) für die Bodenfruchtbarkeit und ihre Rolle in der Landwirtschaft.War das Hauptnahrungsmittel im antiken Ägypten noch Brot, sorgt es heute für Verdauungsbeschwerden und Mangelernährung, da es nicht mehr aus Gerste und Emmer besteht, sondern hauptsächlich aus gentechnisch verändertem Hochleistungsweizen aus Russland und der Ukraine.Die chinesische und indische Hochkulturen belegen bereits mindestens seit dem 1.Jahrtausend vor chr.  hochentwickelte Vorstellung von heilkräftiger Ernährung, die therapeutisch oder präventiv eingesetzt wird. ( essen nach den Doshas oder nach den Elementen)

Unwägbar waren jedoch die Verfügbarkeit der Nahrungsmitte durch schwierige klimatische Bedingungen oder Schädlinge.letztendlich gibt es zur Frage der gesunden Ernährung in jeder Kultur einen klaren und historischen Erfahrungsschatz mit teilweise hochentwickeltem medizinischem Verständnis von Nahrung. Allerdings wurde dieses Wissen ziemlich weggefegt durch die Industrialisierung und den Preisdruck in der Lebensmittelbranche. Die Anpassung an die Ökosysteme. Die Planetry health Diet  kann aber als Versuch gewertet werden, sich an die neuen Bedingungen unseres aktuellen globalen Ökosystems anzupassen, mit mehr Pflanzen und wenig Fleisch, was übrigens auch der Ernährung der Menschen seit der Steinzeit viel mehr entspricht, als das Übermaß an Fleisch, tierischen Produkten und „leerem“ Getreide.

Pimp my food: Neue Auffassung von gesunder Ernährung- Superfood & Nahrungsergänzung

Ernährung bringt vielleicht neue oder noch nicht verwirklichte  Eigenschaften im menschen hervor.das war mit dem Konsum von gegartem Fleisch so, setzte eine große Entwicklung in Gang und es war mit dem Getreide so, setzte auch eine unglaubliche Entwicklung in Gang. Welche Rolle die speziellen Nährstoffe spielten, die vielen B-Vitamine im Vollkorngetreide oder vermehrter Konsum von Milchprodukten, die eine günstige Darmflora formen konnten.Waren die vielen b-Vitamine im Getreide, das als Grundnahrungsmittel diente, ein Grund, warum die geistige/ kognitive  Revolution der Menschen so schnell vor sich ging?

Die Lebensmittelindustrien haben ein Schlaraffenland erzeugt, indem sich immer weniger Menschen zurechtfanden. Mit dem größeren Angebot kamen Nahrungsmittel auf den Markt, die günstig und hochkalorisch waren, wie heller Weizen und Zucker. Die traditionelle Kost wurde zunehmend ersetzt durch nährstoffärmere Angebote- leere Kalorien und Umsätze in der Lebensmittelindustrie wurden hochskaliert. Als es immer mehr Übergewichtige, Diabetiker und Herzkranke gab, sahen sich Medizin und Politik gezwungen Ernährungsempfelungen auszusprechen.Damit wurde auch die Grundlage gelegt für eine ganz neue Industrie, die aber auch irgendwie nötig wurde und sehr boomt: die Nahrungsergänzungsmittel. 

Ob tatsächlich vegan, Kette, paläo oder vegetarisch besser ist kann man nur individuell beantworten. Paläoanthropologisch  belegen läßt sich jedenfalls, dass keine Ernärhungsart davon ganz schlecht oder ganz gut ist, nur das veganertum hat es so noch nie gegeben, denn alle  Urzeit-Funde und Untersuchungen bis in die Neuzeit belegen, dass Menschen tierische Produkte gegessen haben, aber je nach Lage eben nur wenig oder mal gar nicht, Anpassung war das Zauberwort. Und nie in den rauen Mengen, in denen uns heutige Angebote vorliegen. Die einzig bekannte Ausnahme bilden die Jainisten, eine Ausprägung des Hinduismus. Aber auch vegan kann man heute wunderbar leben, wenn man auf die Zufuhr von bestimmten Nahrungsmitteln achtet.

welche Ernährung die richtige ist und was gesunde Ernährung ist, hat vor allem mit  dem Nährstoffreichtum der Lebensmittel, der eigenen genetischen Anpassung, der intelligenten Nutzung des Ökosystems und der Abwesenheit toxischer Stoffe in der Nahrungskette zu tun.