Klarheit im Ernährungschaos
Bei der Frage, was auf den Tisch kommt, war noch vor über 100 Jahren lediglich entscheidend, was in der Vorratskammer war oder vor etwa 20.000 Jahren , was die Natur gerade hergab. Heute hat sich das Angebot an Nahrungsmitteln immens erweitertet.

Nahrung ist industrialisiert, globalisiert, konserviert, massenhaft gelagert und aufgeladen mit Heilsbotschaft oder aber es stellt einen großen krankmachenden Faktor dar, der den Darm schädigt, die Volkswirtschaften und die Natur belastet.
Was dem Steinzeitmensch die Last des täglichen Jagens und Sammelns war, ist dem modernen westlichen Menschen die zunehmend komplizierte Frage: was man überhaupt noch essen kann, ohne krank zu werden oder zur Zerstörung der Welt beizutragen oder einem schlechten Gewissen.
War das ehrliche Grundnahrungsmittel Brot früher noch heilig und wurde in der Bibel verewigt als göttliches Geschenk, verursacht der Verzehr heute glutenbedingte Bauchschmerzen. Genauso die Milch und die Produkte daraus, obwohl uns doch genau diese Agrarprodukte als menschliche Zivilisation so weit gebracht haben.
Für Verunsicherung sorgen auch die zahlreichen Ernährungsstudien, die sich teilweise widersprechen. Noch dazu wird in den sozialen Medien jede Woche eine neue Diät, ein neues Wundermittel , eine neue isolierte Substanz gehypt, die überlebenswichtig scheint.
Supplementdrinks, Nahrungsergänzungspillen, neuentdeckte Vitamine wie Provitamin A5, B-17 oder ein neuentdecktes Nukleotid, das auf einmal total wichtig ist. War das nicht schon immer in unserem Essen drin?
Das Thema Ernährung wird immer anstrengender, obwohl oder eher weil es noch nie in der Menschheitsgeschichte soviel Wissen und Angebote dazu gab.
Es bildeten sich mitten im Überfluss verschiedene Ernährungsweisen in den Industriestaaten heraus, die hitzig diskutiert werden, wie vegan, vegetarisch, paläo oder keto, Rohkost oder gekocht- jede davon ist natürlich die beste für uns.
Unabhängig von der Ernährungart, die überwiegend aus rationaler Überzeugung , Überfluss oder ethischen Gründen gewählt wird, kommt dasThema der physiologischen Verträglichkeit von Nahrung: 20-30 % der Bevölkerung können das heutige Guten, Laktose und Fruktose nicht verdauen, die Histaminintoleranz ist schleichend und betrifft immer mehr Menschen, ebenso die leichten Unverträglichkeiten, die schwer zuzuordnen sind, mit Nebenwirkungen auf Psyche und Gedächtnisleistung. Die Erkrankungen des Verdauungskanals werden immer aggressiver.
Wann und warum ist Essen so kompliziert geworden?
Bringen wir wieder ein bisschen Klarheit in das Ganze! Darum geht es in diesem Blog, wie wir wieder Klarheit und Freude in Küche und Bauch bringen.
Wir müssen ein bisschen kramen in der Menschheitsgeschichte, vielleicht auch weiter zurück in die Steinzeit, um das Wesentliche zu finden, was uns gesund hält und es mit den heutigen Innovationen verbinden, um unsere Ernährung zukunftsfähig zu machen.
