Justus von Liebig war ein berühmter deutscher Chemiker und gilt als Begründer der modernen Agrikulturchemie. Im 19. Jahrhundert untersuchte er, warum viele Felder nach einigen Jahren schlechtere Ernten brachten. Liebig erkannte, dass Pflanzen wichtige Nährstoffe aus dem Boden aufnehmen und dass diese Stoffe nach vielen Ernten ersetzt werden müssen.
Damals wuchs die Bevölkerung in Europa schnell, doch die Landwirtschaft konnte oft nicht genug Nahrung produzieren. Immer wieder kam es zu Hungersnöten, weil schlechte Ernten, ausgelaugte Böden und Krankheiten bei Nutzpflanzen große Probleme verursachten.
Im 19. Jahrhundert kam es in Deutschland mehrfach zu schweren Hungersnöten, besonders durch Ernteausfälle, Klimaschwankungen und die Kartoffelfäule. Die gravierendsten Krisen ereigneten sich 1816/17 (nach dem „Jahr ohne Sommer“) und in den 1840er Jahren, was zu massiver Armut, Hungerrevolten und erhöhter Sterblichkeit führte.
Liebig wollte helfen, die Landwirtschaft leistungsfähiger zu machen. Er erforschte deshalb Dünger und stellte fest, dass Phosphor ein wichtiger Nährstoff für Pflanzen ist. Daraus entwickelte sich das sogenannte Superphosphat. Es entsteht, wenn natürliches Phosphatgestein mit Schwefelsäure behandelt wird. Dadurch können Pflanzen den Phosphor leichter aufnehmen und besser wachsen.
Das Superphosphat war einer der ersten künstlich hergestellten Mineraldünger. Mit seiner Hilfe konnten Bauern höhere Erträge erzielen und mehr Lebensmittel produzieren. Dadurch trug Liebigs Forschung dazu bei, Hungersnöte zu bekämpfen und die Ernährung vieler Menschen zu verbessern. Seine Arbeiten legten außerdem die Grundlage für die moderne Landwirtschaft und die heutige Düngemittelindustrie

